Notfall: Was passiert im Falle eines Falles

Ein medizinischer Notfall während einer Kreuzfahrt -

Für den nor­ma­len Not­fall wie Erkäl­tung, See­krank­heit, Atem­wegs­be­schwer­den oder klei­ne Ver­let­zun­gen steht ein Bord­arzt und eine Kran­ken­schwes­ter auf jedem Kreuz­fahrt­schiff zur Ver­fü­gung.

Bei grö­ße­ren Schif­fen von AIDA und TUI Crui­ses auch zwei oder drei Ärz­te und meh­re­re Kran­ken­pfle­ger. Ein klei­nes Hos­pi­tal mit Behand­lungs­räu­men, aus­ge­stat­tet mit Labor­dia­gnos­tik, Sono­gra­fie und digi­ta­ler Rönt­gen­tech­nik.

Über Satel­li­ten­te­le­fon kann direkt mit der Uni­kli­nik Ros­tock (AIDA) oder dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum Ham­burg (TUI) fach­li­cher Rat ein­ge­holt wer­den. Das Bord­hos­pi­tal ent­spricht einer Not­fall­am­bu­lanz eines deut­schen Kran­ken­hau­ses und ermög­licht ambu­lan­te und sta­tio­nä­re Betreu­ung.

Operationssaal - Notfall
Foto: TUI Crui­ses – Ope­ra­ti­ons- und Behand­lungs­raum

Meist sind es prak­ti­sche Ärz­te die als Selb­stän­di­ge (Hono­rar­arzt) an Bord prak­ti­zie­ren. Abge­rech­net wird wie mit einem Pri­vat­pa­ti­en­ten. Mit der inter­na­tio­na­len Ver­si­che­rungs­kar­te dei­ner AOK oder DAK kann nicht bezahlt wer­den. Cash auf Rech­nung, die nach der Rück­kehr mit der hei­mi­schen Kran­ken­kas­se abge­rech­net wer­den muss.

Bordarzt
Frü­her sah das so aus – Heu­te kein Stan­dard mehr

Erstat­tet wird der deut­sche Stan­dard und nicht mehr. Den Rest über­nimmt die pri­va­te Zusatz­ver­si­che­rung, sofern abge­schlos­sen. Aber nicht immer (hier sich genau infor­mie­ren).

Auf See wird bis zum neun­fa­chen Satz der Gebüh­ren­ord­nung für Ärz­te (GOÄ) abge­rech­net. Eine ärzt­li­che Kon­sul­ta­ti­on kann schnell 90 Euro, ein Arzt­be­such auf der Kabi­ne 180 Euro kos­ten.

Ein Pflas­ter gibt es viel­leicht noch kos­ten­los an der Rezep­ti­on. Ein Medi­ka­ment oder ein Rezept wird aber schon eine kos­ten­pflich­ti­ge Bera­tung erfor­dern.

Zahn­pro­ble­me kön­nen an Bord nicht behan­delt wer­den. Es wird bei Bedarf nur ein Schmerz­mit­tel ver­ab­reicht. Beim nächs­ten Land­gang muss ein ört­li­cher Zahn­arzt auf­ge­sucht wer­den. In Spa­ni­en und damit auch auf den Kana­ren ist eine Zahn­be­hand­lung nicht in der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung ein­ge­schlos­sen. Alles Pri­vat und damit auch nicht mit der inter­na­tio­na­len Kran­ken­kar­te abge­deckt.

Was passiert bei einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwerem Sturz

Aku­te Not­fäl­le kön­nen mit den Bord­mit­teln ver­sorgt wer­den. Aller­dings nur die Erst­ver­sor­gung. Der Bord­arzt ent­schei­det auf­grund von medi­zi­ni­schen Kri­te­ri­en wie und wo der Pati­ent an Land gebracht wird. In Afri­ka oder der Kari­bik ist nicht jedes Hos­pi­tal zu einer fach­ge­rech­ten Behand­lung in der Lage.

Selbst ein kom­pli­zier­ter Bein­bruch muss an Land behan­delt wer­den. Der Arzt ent­schei­dend, ob es im nächs­ten oder erst dem fol­gen­den Hafen zu einer Aus­schif­fung kommt. Auch die Wet­ter­la­ge spielt dabei eine wich­ti­ge Rol­le.

Auf den Kana­ren ver­fügt jede Insel über ein gutes Hos­pi­tal. Spe­zi­el­le Not­fäl­le müs­sen aller­dings auch von La Pal­ma, La Gome­ra und El Hier­ro zum Uni­kli­ni­kum nach La Lagu­na auf Tene­rif­fa oder von Lan­za­ro­te und Fuer­te­ven­tu­ra zur Uni­kli­nik nach Gran Cana­ria gebracht wer­den.

Rettung aus der Luft

Hubschrauber-Rettung

Schwebt der Pati­ent in Lebens­ge­fahr, kann auch Hil­fe per Heli­ko­pter (Foto Sal­va­men­to Mari­ti­mo) ange­for­dert wer­den. Eine Hub­schrau­ber- Ret­tung von einem Kreuz­fahrt­schiff kommt aller­dings auf den Kana­ren recht sel­ten vor. Dafür lie­gen die Häfen zu eng bei­ein­an­der und kön­nen im Regel­fall bin­nen weni­ger Stun­den selbst ange­lau­fen wer­den. Auf jeder Insel steht min­des­tens ein Ret­tungs­hub­schrau­ber zur Ver­fü­gung.

Nur auf der Stre­cke Kana­ren – Rich­tung Madei­ra (2 See­ta­ge) gab es in der Ver­gan­gen­heit schon eini­ge Not-Eva­ku­ie­run­gen. Wie so eine Luft­ret­tung aus­sieht, zeigt das Video von Sal­va­men­to Marí­ti­mo:

Das Bes­te ist du bleibst gesund und mun­ter. Aber auch die Vor­sor­ge ist wich­tig. Jede zwei­te Ver­let­zung auf einem Land­gang erfolgt wegen fal­schem Schuh­werk. Es sind auf den Kana­ren nicht nur Pro­me­na­den, son­dern oft unbe­fes­tig­ter kriss­li­ger Lava Unter­grund anzu­tref­fen. Anstän­di­ge Schu­he mit Pro­fil­soh­le erspa­ren Stür­ze und viel Ärger und sind die bes­te Inves­ti­ti­on.

 

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Über Manfred Betzwieser 48 Artikel
Als Buchautor, Reiseleiter und begeisterter Naturliebhaber lebe ich seit über 20 Jahren mit der Familie auf der Kanareninsel La Palma. Astronomie, Vulkanismus - aber auch die Kreuzfahrt, mit der ich beruflich verbunden bin, sind meine Steckenpferde. Für deine Meinung, Fragen oder um einfach ins Gespräch zu kommen, gibt es unten das Kommentarfeld ...

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